Ausgabe 2009 - 2    |   August 2009 - Februar 2010


Melanie

 

 

 

 

 

weissdorn


 

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Heilpflanze: DER WEISSDORN
Melanie Weinberger (2009)


Weiße Blüten und Dornen: diese beiden Merkmale geben dem Weißdorn seinen deutschen Namen.
Die englische Bezeichnung Hawthorn heißt übersetzt Heckendorn, im Volkstümlichen auch Hagedorn genannt.

Manchmal findet man den Weißdorn als alleinstehenden Baum, doch meist bildet er den Teil einer Hecke, steht gemeinsam mit der Wildrose, dem Schlehdorn und anderen Heckenpflanzen als Begrenzung eines Feldes oder anderen Platzes in der Natur.

Als die Menschen dazu übergingen, in Siedlungen sesshaft zu werden, hatte diese Hecke, der Hag, der die Siedlung begrenzte, eine Schutzfunktion. Er hielt wilde Tiere und andere ungebetene Wesen von den Heimen der Menschen fern, gab ihnen Sicherheit und ließ sie nächtens ruhig schlafen.

Das kommt in einer weiteren Bezeichnung, dem Namen Schlafdorn zum Ausdruck. In einigen Märchen und Mythen ist es der Weißdorn, der Menschen in den Schlaf versetzte: so stach Odin Brunhilde mit einem Weißdornstachel, woraufhin sie in tiefen Schlaf versank. Es gibt auch die Meinung, dass die Hecke, die des schlafenden Dornröschen´s Schloss umgab, eine Weißdornhecke war. Auch Merlin, der von Viviane verzaubert wurde, schlief für lange Zeit unter einem Weißdornstrauch.

Heute noch ist der Weißdorn eine Pflanze, die uns – zum Beispiel als Teeaufguss zubereitet – ruhiger schlafen lässt.

Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte ein englischer Arzt die positive Wirkung, die die Inhaltstoffe des Weißdorn auf das Herz haben.Sie verbessern die Durchblutung des Herzmuskels und die Blutzirkulation im Körper. Das bewirkt eine Rhytmisierung des Herzschlags und die Stärkung von Kreislauf und Nerven. Ein Sprichwort sagt: „Der Weißdorn mit seinen Blüten und Beeren kann deinem Herz viel Kraft bescheren.“

Dabei ist der Weißdorn ein sanftes Mittel aus der Natur, das – im Gegensatz zu anderen Pflanzen – über einen längeren Zeitraum eingenommen werden kann. Wenn Medikamente eingenommen werden, sollte aber der Einsatz mit einer fachkundigen Person abgesprochen werden, da möglicherweise Wechselwirkungen auftreten können.

Der Weißdorn, ein Rosengewächs, blüht im Mai. Sein Aufblühen markierte den Zeitpunkt, zu dem das keltische Jahreskreisfest Beltane gefeiert wurde. Er ist Symbol für die große weiße Göttin, die die aufblühende Natur verkörpert, und die zu diesem Zeitpunkt mit dem Sonnengott eine Bindung eingeht und sich mit ihm vereinigt. In vielen europäischen Ländern, wie zum Beispiel in England, Irland und Frankreich, spielt der blühende Weißdorn bei den Maifeierlichkeiten auch heutzutage eine Rolle.

Zum Schutz in der Schwangerschaft und für eine leichte Geburt verwendeten Schwangere drei Weißdornstacheln, die ins Gewand auf Höhe der Gebärmutter eingewebt oder in einem Säckchen getragen wurden.

Mit dem Abblühen der weißen Blüten entwickeln sich die Früchte des Weißdorns, die den Strauch im Herbst und bis in den Winter hinein als leuchtend rote Beeren zieren. Die mehlige Konsistenz der kleinen Beeren mit dem weißen Fruchtfleisch brachte ihnen den Namen Mehlfässchen ein. Diese Mehlfässchen zählen zum Wildobst und können zu Marmelade verarbeitet werden oder als Ansatz den Essig verfeinern. Die enthaltenen Flavonoide schützen die Zellen und stärken die Gefäße, Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und verdauungsfördernd und Vitamin C stärkt das Immunsystem.

Für einen Teeaufguss und zum Ansetzen einer Tinktur können Blüten, Blätter und die roten Beeren verwendet werden.

Rezept für Weißdornlikör (stärkt Herz & Nerven)
1 Hand voll Weißdornbeeren und einige getrocknete Blüten in 1 l Cognac ansetzen.
2 Teelöffel getrocknete Melisse dazugeben,
8 Tage abgedeckt ziehen lassen.
Abseihen, in ein Einmachglas füllen,
¼ kg braunen Kandiszucker zufügen und so lange stehen lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
Schütteln und in dunkle Flaschen füllen.
Nach einigen Wochen Lagerzeit kann der Likör getrunken werden.

Weißdorn-Kürbis-Suppe
250 g Weißdornbeeren mit etwas Wasser 30 Minuten kochen,
passieren (um Kerne zu entfernen).
Zwiebel fein schneiden, andünsten,
800 g gewürfelten Kürbis zugeben,
mit Weißdornmark und 1,5 Liter Apfelsaft vermischen.
Je nach Geschmack mit Pfeffer, Salz und Chili abschmecken und ca. 30 min köcheln lassen. Dann pürieren.

Quellen:
Hirsch, Siegrid: Kräuter-Rezeptbuch, freya Verlag 2007
Storl, Wolf-Dieter: Pflanzen der Kelten, AT-Verlag, 2007


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