Ausgabe 2010 - 1    |   März - August 2010


egger-rollig

 

 

 

 

 

 

 

 



 

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Kraftquelle Haushaltsbuch

Esther Egger-Rollig ist Soziologin, staatlich zertifizierte Erwachsenenbildnerin und zertifizierter Coach. Sie ist Spezialistin für Haushaltsbücher.
In der Frauensache kann man das Führen eines solchen erlernen – der Kurs von Esther Egger-Rollig heißt „Kraftquelle Haushaltsbuch“.

Der Titel Deines Kurses klingt ja eigenartig auf den ersten Blick – ist der Begriff „Haushaltsbuch“ nicht ein bisschen verzopft?

(lacht) Ja, auf den ersten Blick schon. Aber das Thema an sich ist überhaupt nicht verzopft. Ganz im Gegenteil.
Ein Haushaltsbuch ist ja ein zeitloses Steuerinstrument, mit dem Frauen ihre Haushalte durch alle möglichen Situationen navigiert haben. Sogar in der Bibel habe ich einen Satz über eine Hausfrau gefunden: „Sie plant ein Feld und erwirbt es“, das hat sie ohne Haushaltsbuch sicher nicht hingekriegt.

Damals wie heute lässt sich ein derartiges Projekt ohne Planung und Kontrolle nicht umsetzen und hierzu braucht es wie vor 2000 Jahren das Haushaltsbuch.


Wenn Haushaltsbücher so zeitlos aktuell sind, warum haben wir dann nicht alle eins in der Schublade?

Weil wir nicht wissen sollen, wo unser Geld hin rinnt. Wir leben tendenziell in einer Zeit, in der Jugendliche früher eine Vorstellung von ihrem Überziehungsrahmen bekommen, als davon, wie sie ihr Geld verdienen werden.
Ich gehe soweit zu behaupten, dass es gute strukturelle Gründe gibt, warum wir beim Aufwachsen kaum mehr über die Möglichkeit eines Haushaltsbuches stolpern. Wir sollen es nicht mehr lernen, weil dadurch das Geld, das durch unsere Hände fließt, besser extern steuerbar ist. Also von Marketingexperten, Werbemenschen, etc. gelenkt werden kann.

Oder provokant gefragt: Wo kämen wir denn da hin, wenn jede ihr Geld nach ihren eigenen Vorstellungen ausgibt und sich nicht mehr dabei übernimmt…


Das klingt ja ganz schön subversiv!

Selbstbestimmt gefällt mir besser. Was mich nur nachdenklich macht, ist dass jede Frau, mit der ich bis jetzt gearbeitet habe, glaubt, dass sie ganz persönlich versagt, wenn sie es nicht schafft, ihr Geld einzuteilen. Also die ganze Verantwortung zu sich selber nimmt. Als Soziologin sehe ich natürlich eher die gesellschaftlichen Zusammenhänge und decke diese in meinem Kurs auch auf. Das entlastet nach meinen bisherigen Erfahrungen die Frauen sehr.

Was kann man in Deinem Kurs noch so lernen?

Auf keinen Fall Sparen!  (lacht) Bei mir lernt man Geld gezielt auszugeben. Mit gezielt meine ich, dass jede Frau mit ganz persönlichen und sehr unterschiedlichen Fragestellungen an ihr Haushaltsbuch herangeht.

Jede möchte wissen, wo das Geld bleibt. Aber die eine möchte eine Ausbildung finanzieren, die andere ist vielleicht gerade schwanger oder arbeitslos geworden.

Für diese unterschiedlichen Lebenssituationen und die individuellen Erfordernisse ist in meinem Kurs Platz. Und weil wir das Sparen angesprochen haben: Im Kurs zeige ich auch auf, wie man was einem besonders wichtig ist, vor dem Sparstift schützen oder zumindest guten Ersatz dafür finden kann.


Das hört sich aber fein an!

Na ja, der Fun-Faktor beim Haushaltsbuch führen hält sich ehrlich gesagt in Grenzen. Ich verstehe mich auch nicht als Animateurin, sondern versuche die Unannehmlichkeiten zu minimieren.

Aber was ich schon sehe, ist, dass ein Haushaltsbuch und die damit verbundene Planung der Ausgaben so etwas wie Stolz und Freude zu Tage fördern. Auf jeden Fall lernt man bei mir ein Handwerk, das immer wieder in den unterschiedlichsten Lebenssituationen hilft und einen davor bewahren kann in die Schuldenfalle zu geraten. 



Mehr Informationen zum Seminar "Kraftquelle Haushaltsbuch" finden Sie im Frauensache - Programm --> hier

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