Ausgabe 20010 - 1    |   März - August 2010


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Kraft und Magie der Birke
von Melanie Weinberger

 

Die Birke ist der feenhafteste unserer Bäume. Sie ist luftig und leicht, mit Blättern, die im Wind tanzen. Ihre Ausstrahlung erlaubt uns zu entspannen, uns vom Alltagsdruck zu befreien und neue Lebenskraft zu tanken.

Auf einem Spaziergang kannst du die Birke leicht an ihrer weißen Rinde erkennen. Ihr Stamm ist im Vergleich zu anderen Bäumen schlank und zierlich. An ihren biegsamen Ästen sind viele eher kleine Blätter, deren Ränder mit kleinen Zacken versehen sind. Die Unterseite der Blätter ist heller als ihre Oberseite, was bei Bewegung durch den Wind im Sonnenschein einen fast glitzernden Effekt in der Baumkrone der Birke erzeugt.

Im Winter dienen die Knospen und Samen der Birke vielen Vogelarten als wichtige Nahrungsquelle. Im Frühjahr ist sie einer der ersten Bäume, der junge Blätter austreiben lässt.

Sie ist im Norden und in gemäßigten Klimazonen beheimatet. Ihre Rinde enhält ätherische Öle, die sie vor Wetter und Kälte schützen und ihr Holz auch in frischem Zustand brennbar machen. Aufgrund ihrer weitauslaufenden Wurzeln kann sie auf fast jedem Boden wachsen. Bereits in jungen Jahren ist sie blühfähig und produziert dabei reichlich und weitfliegende Samen. Aufgrund all dieser Eigenschaften ist sie trotz ihres zierlichen Äußeren ein widerstandsfähiger Baum und eine Pionierin: Oftmals sind Birken auf freien Flächen die erste sich ansiedelnde Baumart.

Der Name der Birke geht vermutlich auf das indogermanische Wort bherek, das hell, glänzend, bedeutet, zurück. Schon lange wurde sie von unseren VorfahrInnen als heiliger Baum verehrt. Die Natur als große Muttergöttin zeigt sich im Lauf der Jahreszeiten in drei verschiedenen Erscheinungsformen: im Frühjahr als jungfräuliche weiße Göttin, im Sommer als rote Göttin, reife Frau und Mutter und im Winter als weise alte schwarze Göttin.

Die Birke ist ein Symbol für die weiße Göttin, die Dich dabei unterstützt, Dich von Altem zu befreien, um Platz zu schaffen für das Neue, das sich manifestieren soll. Der gälische Name für Birke, beith, bedeutet auch Beginn, Anfang.

Die Birke steht für Reinigung. In Skandinavien verwenden die Menschen beim Saunagang traditionell Birkenzweige zum „Abschlagen“ des Körpers. Die Haut wird dadurch gut durchblutet und der Reinigungsprozess des Körpers unterstützt.

Den Saft der Birke oder einen Teeaufguss mit Birkenblättern kannst du für eine Frühjahrsreinigungskur einsetzen.

Die Birke ist neben der Luft dem Element Wasser zugeordnet. In der traditionellen abendländischen Medizin wird sie zur Stärkung von Blase und Niere verwendet. Bei Blaseninfektionen bringt ihre flüssigkeitstreibende und desinfizierende Wirkung Erleichterung.
Auch bei rheumatischen Beschwerden und zur Hautreinigung, sowie zur Stärkung des Haarwuchses werden Birkentee und Birkensaft eingesetzt. Rinde und Blätter der Birke enhalten weiters nennenswerte Mengen des natürlichen Schmerzmittels Acetylsalicylsäure, das in künstlicher Form zum Beispiel im Aspirin enthalten ist.

Die Birke ist ein Baum, der für weibliche fürsorgliche Qualitäten steht, für Liebe und Schutz.
Daher wurden getrocknete Birkenblätter in die Wiege eines Neugeborenen gestreut.

Die Nacht des ersten Mai (Beltane, Walpurgisnacht) verbrachten die Menschen früher in Birkenwäldern, wo sie sich an der Liebe zueinander erfreuten und die Fruchtbarkeit der Natur ehrten.
Nach einem Brauch in Wales gaben sich Menschen, die sich zueinander hingezogen fühlten, Birkenzweige als Zeichen ihrer Zuneigung. Die Erwiderung dieser Geste galt als Bestätigung der Zuneigung durch die andere Person.

Der weiße Birkenstamm gilt auch als Symbol des Lichts, weshalb der Birke die Kraft zugeschrieben wird, Negatives abzuwehren.    
In Schottland gilt sie als „Lady of the Woods“, die darüber wacht, dass sich die Menschen den Bäumen mit Respekt nähern und zum Beispiel um Erlaubnis bitten, bevor sie Teile eines Baumes für sich mitnehmen und benutzen wollen.

Wenn Du jetzt Lust bekommen hast, noch mehr über diesen Baum zu erfahren, begib dich zu einer Birke und lass dich bei ihr nieder. Lausche dem Rauschen ihrer Blätter im Wind. Vielleicht wirst Du hören, welche Botschaft sie für Dich persönlich hat.

Literaturhinweise:
Jaqueline Memory Paterson: „A tree in your pocket“, Thorsons Verlag 1998
Fred Hageneder: “Die Weisheit der Bäume”, Kosmos Verlag 2005

 

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