Ausgabe 2010 - 2    |   September 2010 - Februar 2011


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Aufstellungen - intuitives Verstehen
von Helene Hager & Ingrid Trabe

 

Die meisten haben schon davon gehört, viele haben einiges darüber gelesen und manch eine hat es vielleicht auch selbst erlebt und aktiv mitgewirkt - Aufstellungen.

Was hat es nun mit den Aufstellungen auf sich?

Rund um die Methode der Aufstellung wurde unter dem Oberbegriff “Familienaufstellung” in den frühen 1990er Jahren eine große Bandbreite von Verfahren entwickelt, die KlientInnen auf körperlich-räumlichen Ebenen neue und andere Wahrnehmungsmöglichkeiten eröffnen.

Meist löst es Verwunderung aus, wenn von Personzentrierter Aufstellungsarbeit gesprochen wird. Denn diese spezielle Art der Gruppenarbeit wird grundsätzlich eher anderen therapeutischen Schulen zugeordnet.

Wir haben die Aufstellungsarbeit in unserer Ausbildung kennen gelernt und bei der Arbeitsweise im Personzentrierten Ansatz wird der Unterschied zur systemischen Richtung sehr deutlich. Wir hatten Gelegenheit, Aufstellungen von Familien, von problematischen Lebenssituationen, von Gefühlen und von Teams mitzugestalten. In unterschiedlichen Rollen als Beobachterinnen, als Repräsentantinnen und als Aufstellerinnen in Gruppen haben wir diese Form der Gruppenarbeit als wirksame, spannende und hilfreiche Möglichkeit des intuitiven Verstehens und der Reflexion kennen gelernt.

Es wurde in den Aufstellungen nicht nach strukturellen Lösungen im System gesucht, es wurde nicht nach Ordnungen, welche in der Familie verletzt wurden, gesucht, sondern die Wahrnehmungen und Gefühle der RepräsentantInnen und AufstellerInnen waren von Bedeutung.
Die Aufgabe der Aufstellungleiterin war, sich in empathischer Weise einzubringen, ihre Wahrnehmungen zum Dargestellten, Sichtbargewordenen anzubieten, ähnlich wie es auch in der Therapie oder Selbsterfahrung geschieht.
Vielleicht liegt darin auch der große Unterschied, in der Bedeutung die AufstellungsleiterInnen haben, in der Art wie sie Aufstellungen begleiten.

Eine der wesentlichsten Fragen, um die es bei der Arbeit mit der Methode Aufstellung ganz entscheidend geht, ist die Machtfrage.
Die Arbeitsweise in Bezug auf die Macht der AufstellungsleiterIn, welche ihr/ihm auch von den TeilnehmerInnen sozusagen "zugeschrieben" wird, muss bewusst sein und im Prozess laufend überprüft werden.

Die Absichtslosigkeit kommt hier zum Tragen, welche aus einer inneren Haltung im Sinne der Ermächtigung der Person in Erscheinung tritt. Es geht nicht um die Frage der Machbarkeit bei Personzentrierten Aufstellungen, sondern um Möglichkeiten, in einer kreativen Weise neue Erfahrungen machen zu können.

Die tatsächliche Vergangenheit eines Menschen ist nicht rekonstruierbar. Durch das unmittelbar gegenwärtige Erleben in der Aufstellung, durch das Erfassen der "gefühlten Bedeutung", wird Beliebigkeit ausgeschaltet und
innere Stimmigkeit ermöglicht.

Helene Hager und Ingrid Trabe bieten im Herbst 2010 ein Wochenende mit Personzentrierter Aufstellung in der Frauensache an und laden Sie herzlich dazu ein.

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