Ausgabe 2010 - 2    |   September 2010 - Februar 2011


weinberger

 

 

 

 


Beifuss


Frauenmantel



Schafgarbe


Gänseblümchen

 

 

 

 

 

 

 

Frauenpflanzen.
Wertvolle Begleiterinnen im weiblichen Zyklus
von Melanie Weinberger

 

Wir Frauen sind zyklische Wesen. Viele Jahre unseres Lebens leben wir in einem Zyklus von Werden und Vergehen, der sich in immer wieder kehrendem Rhythmus in unserer Körperin abspielt. Manche von uns nehmen vor allem den Teil des Zyklus wahr, in dem sich die monatliche Blutung zeigt, andere spüren auch den Eisprung. Für einige spielt er sich quasi nebenbei ab, andere werden durch Schmerzen an die Vorgänge im Körper erinnert.
Auch seelische Befindlichkeiten, die sich jedes Monat zur gleichen Zeit zeigen, sind vielen bekannt.

Bei Frauen, die in engem Kontakt mit der Natur leben, ist oft eine Anpassung des Zyklus an die Phasen der Mondin feststellbar. In der Zeit der zunehmenden Mondin reift das Ei, springt aus der Hülle, wenn die Mondin voll ist und in den Tagen der neuen Mondin wird die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut wieder abgestoßen, wenn sich kein Ei eingenistet hat – die Monatsblutung setzt ein.

Ein Hinweis auf die Verbundenheit des weiblichen Zyklus mit dem lunaren Zyklus ist, dass viele Heilpflanzen, die uns in unserem zyklischen Leben unterstützen können, der Mondin zugeordnet oder einer Mondgöttin gewidmet sind.

Was passiert in meiner Körperin?
Das grundlegende Wissen darüber, was denn eigentlich genau allmonatlich in meiner Körperin passiert, kann zu mehr Selbstbestimmung verhelfen, wenn es darum geht, das physische und seelische Gleichgewicht wiederherzustellen. Es erweitert den Handlungsspielraum, vor allem auch in ärztlichen Gesprächen .

Welche Pflanze ist für mich die richtige?
Frauenmantel, Beifuß, Schafgarbe, Rose, Hirtentäschelkraut – gebärmutterstärkend, durchblutungsfördernd, ausgleichend, harmonisierend, blutstillend – die Anzahl der Pflanzen und ihrer Wirkweisen ist vielfältig. Doch was einer gut tut, hilft einer anderen vielleicht gar nicht weiter. Jede von uns ist einzigartig und so ist auch die Auswahl der passenden Pflanze individuell.
Nachhaltiger als eine rasche Symptombekämpfung ist der Blick darauf, was hinter den Zeichen steht, die uns die Körperin zeigt. Viele Frauen erfahren, dass das Wissen zu Ihrem Wohlbefinden in Ihnen liegt. Mit Meditationen und mentalen Reisen kann die Verbindung zu der Weisheit, die in unserer Körperin wohnt, geschlossen werden. Wir können so unsere  Selbstheilungskräfte nutzen und mit der passenden Pflanze unterstützen.

Den eigenen Zyklus kennenlernen
Am Beginn des Findens der passenden Pflanze kann auch das Erforschen und Kennenlernen Ihres eigenen Rhythmus stehen. Durch die Beobachtung und das bewusste Wahrnehmen des Zyklus lernen wir uns selbst besser kennen und verstehen. Eine interessante Methode ist das tägliche Messen der morgendlichen Körpertemperatur. Die Werte werden in einer Tabelle eingetragen. Daraus kann eine Temperaturkurve erstellt werden, die Hinweise auf die Ausgewogenheit der beiden Hormone Östrogen und Progesteron gibt, die unter anderem den weiblichen Zyklus bestimmen.

Zusätzlich zur Temperaturmessung lohnt es sich, über mehrere Zyklen hinweg (je nach Ausdauer) täglich seelische und körperliche Befindlichkeit, Vorlieben, Abneigungen etc. festzuhalten. Vielleicht finden Sie auch hier ein immer wieder kehrendes Muster. Anhand der Ergebnisse können geeignete Pflanzen gefunden werden, die Sie durch den Zyklus begleiten und Sie unterstützen können. Dies kann durch Einnahme von Tees oder Tinkturen, Bäder, wohltuende Auflagen und Wickel, den Einsatz von ätherischen Ölen etc. und auch durch die Beschäftigung mit diesen Pflanzen geschehen.

Die bewusste Wahrnehmung des eigenen Zyklus birgt Schätze in sich und kann uns neue Einblicke gewähren. Heilpflanzen sind wertvolle Unterstützerinnen auf diesem Weg, die jeder von uns zur Verfügung stehen.



Melanie Weinberger ist Heilpflanzenfachfrau, Kräuterpädagogin und Lebens- und Sozialberaterin mit Schwerpunkt Natur- und Ritualarbeit in Ausbildung unter Supervision und hält Einzelberatungen in der Beratungspraxis scatach ab
(Tel 0699 1900 54 95, Web www.scatach.org).

Wenn Sie mehr wissen wollen…..Buchempfehlungen:

Heide Fischer, „Frauenheilbuch – Naturheilkunde, medizinisches Wissen und Selbsthilfetipps für eine ganzheitliche Frauengesundheit“, Verlag nymphenburger
Heide Fischer, „Körperweisheit – Was Frauenkrankheiten uns sagen“, Verlag nymphenburger
Margret Madejsky, „Alchemilla – Eine ganzheitliche Kräuterheilkunde für Frauen“, Verlag Goldmann
Gabriele Pröll, „Meine Tage – Quelle weiblicher Kraft und Intuition“, Verlag Bauer

Fotos:
„Aller-Frauen-Heil“ – Frauenmantel (alchemilla vulgaris)
 „Augenbraue der Venus“ – Schafgarbe (alchemilla millefolium)
 „Mutter aller Pflanzen“ - Beifuß (artemisia vulgaris)
„Ausdauernde Schöne“ – Gänseblümchen (bellis perennis)

 

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Redaktionelle Beiträge müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.
HINWEIS ZUM URHEBERRECHT. Diese Artikel, Vorträge und Präsentationen oder Teile daraus dürfen, in welcher Form oder mit welchen Medien auch immer, ohne schriftliche Genehmigung der Autorin weder reproduziert werden noch in Datenbanken oder  Archivsystemen gespeichert bzw. aufbewahrt werden.

Home
..................................



Artikel 2010-2:


Aufstellungen - intuitives Verstehen
..............................
Selbstbehauptung
.........................
Wie wirkt Meditation als Burnout Prävention?
............................
Frauenpflanzen. Wertvolle Begleiterinnen im weiblichen Zyklus


Artikel.Archiv

Fotos: © weinberger

Diese Seite drucken