Ausgabe 2011 - 2   |   September 2011 - Februar 2012


reinisch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




 

 

 

 

 

Scheiden tut weh - Bleiben auch
von Ingrid Trabe (2011)

 

In "Eat-Pray-Love", einem der Topfilme des vergangenen Sommers, erwacht die Protagonistin zu nachtschlafender Stunde, betrachtet ihren friedlich schlummernden Ehemann, stellt fest, dass sie nicht mehr verheiratet sein mag und geht. Einfach so. Bei mir war das anders.

Und ich kenne viele Frauen, denen sich eine mögliche Trennung wie ein finsteres Tal eröffnet, ein Weg, der unbekannt und gefährlich in eine ungewisse Zukunft führt. Das alltägliche Elend ist zumindest bekannt, beinahe schon vertraut und warum daran rütteln? Wenn da nicht diese Hoffnung wäre. Die Vorstellung, dass das Leben noch gelingen könnte, Pläne, die sich verwirklichen ließen, ein selbstbestimmtes Leben ohne den täglichen Zank, die stummen Vorwürfe, die kritischen und abschätzenden Blicke.

Trennung und Verlust bedeuten Veränderung und damit sind starke Gefühle wie Schmerz, Angst, Aggression und Trauer verbunden. Im Schmerz erleben wir, dass ein Teil von uns selbst verloren gegangen ist, dass wir allein sind, abgetrennt von dem, was verbindend war. Die Angst flüstert uns zu, was als bedrohlich gilt. Sie lässt uns an unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten zweifeln.

scheidungAggression gilt als zutiefst unweiblich, aber wer die lebendige und reinigende Kraft eines ordentlichen Wutausbruches kennt, fürchtet diese Energie nicht, die wir zur Selbstbehauptung und Abgrenzung brauchen. Auch die Trauer muss erfahren und gelebt werden, wenn der Verlust des Alten zu Neuem führen soll und das bedarf der Zustimmung.

Wenn gemeinsame Kinder von einer bevorstehenden Trennung betroffen sind, dann befinden sich Frauen häufig in einem weiteren Dilemma. Ihre Entscheidung betrifft auch die zukünftigen Lebensbedingungen der Kinder und sie beeinflusst die Beziehungen zu Großeltern und Schwiegereltern.

Eine Trennung kann als existentiell bedrohlich erlebt werden, daher sind gute Vorbereitungen, Informationen und Beratung wesentlich. Gerade in Trennungsphasen ist es wichtig, selbstfürsorglich zu handeln, sich Raum und Zeit für wichtige Lebensthemen, für die eigenen Bedürfnisse und Gefühle zu nehmen. Sich gut auf Ziele vorzubereiten, den eigenen Träumen ihren Wert zu geben und die nützlichen Pläne zu verwirklichen, sind Vorhaben, die das Selbstvertrauen stärken. Die Energie auf ein gut durchdachtes, langfristiges oder mittelfristiges Ziel zu richten, bedeutet auch, die Regie für das eigene Leben wieder in die Hand zu nehmen.

Orientierungshilfe und Informationen für Frauen bietet eine Veranstaltung in der Frauensache. Für Frauen, die sich aktiv auf eine Scheidung vorbereiten wollen, aber auch für jene, die sich noch im Spannungsfeld einer nicht geglückten Beziehung befinden und sich die Trennung und deren mögliche Folgen noch überlegen.

"Scheiden tut weh" am 22. Oktober 2011 mit Edith Hummel, Trainerin und Betreiberin der Homepage "Scheiden tut weh" und Ingrid Trabe, Psychotherapeutin.
Anmeldung und Informationen unter:
www.frauensache.at

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