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D Y S M O R P H O P H O B I E oder Körperdysmorphe Störung

(BDD - Body Dysmorphic Disorder


verfasst von © Astrid Krüger (1999)



Bei Dysmorphophobie handelt es sich um eine seelische Störung, die bereits vor 100 Jahren erstmalig erwähnt wurde. Dennoch ist sie praktisch unbekannt.

Sie ist gekennzeichnet durch eine obsessive Beschäftigung mit einem eingebildeten oder tatsächlichen körperlichen Makel in der eigenen Person.

Häufig hat sie ihre Anfänge bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, die unter Hautkrankheiten (bsp. Akne) leiden. Die Aufmerksamkeit kann sich aber auch auf die Nase, den Kopf, die Beine oder andere Körperteile beziehen.

Ein Kriterium für die Diagnose von BDD ist die übermäßige Beschäftigung mit einem Mangel oder einer Entstellung im körperlichen Aussehen, die eingebildet oder zumindest deutlich übertrieben ist.

Zu den Beschreibungsmerkmalen gehören das permanente Überprüfen der Entstellung, ein extremes Pflegeverhalten, der Wechsel zwischen intensivem Prüfverhalten oder der totalen Vermeidung des eigenen Anblicks.

Dysmorphophobie kommt relativ häufig vor. Dennoch gibt es bis heute keine genauen Angaben zu der Anzahl Betroffener. Es handelt sich um eine Erkrankung, die bei Vertretern beiderlei Geschlechter annähernd gleichermaßen auftritt.

Das Selbstwertgefühl hängt in der Folge bei diesen Menschen ausschließlich vom aktuellen Stand des Makels ab. Wichtige Entscheidungen werden davon abhängig gemacht, wie der Zustand ist.

Die zeitliche Auseinandersetzung mit dem Problem erreicht ein extensives Ausmaß. 35 % aller Betroffenen denken mehr als acht Stunden am Tag daran. Morgens gilt ihr erster Gedanke dem eigenen Anblick, abends grübeln sie vor dem Einschlafen darüber nach.

BDD kann ein bedenkliches Ausmaß erreichen. Betroffene können zu Selbstaggressionen neigen, die in der einfachen Form mit eigenen Therapieversuchen beginnen (Bsp. Akne - die Pickel werden ausgedrückt, Medikamente zu stark dosiert). In schweren Fällen begehen Betroffene Selbstmord.

Oftmals wird die körperdysmorphe Störung begleitet von sozialer Phobie. Geht der Kranke auf die Straße, fühlt er sich angestarrt. Hier wird erkenntlich, daß die Störung an eine Wahnvorstellung grenzt, die es aber in der Regel nicht ist.

In schlimmen Fällen trauen sich die Betroffenen gar nicht mehr aus dem Haus. Wenn ihr spezieller Makel ihnen gerade besonders auffällig erscheint, gehen sie nicht mehr zur Arbeit. Sie lassen sich krank schreiben, beobachten sich um so mehr.

Die Möglichkeit einer Therapie der Störung besteht zur Zeit aus der Gabe von besonderen Anti-Depressiva (Serotoninaufnahmehemmern). Zusätzlich kommt eine kognitive Verhaltenstherapie in Frage. Betroffene jedoch glauben vielfach, daß die einzige Behandlungsmöglichkeit darin besteht, den Makel auf Dauer zu beseitigen.



Dieser Artikel wurde verfasst von:
(c) Astrid Krüger, Bonn, 23.11.99



Bücher zum Thema in englischer Sprache:

The Secret Obsession; Body Dysmorphic Disorder von Katharine A. Philips

The Broken Mirror - Understanding and Treating Body Dysmorphic Disorder von Katharine A. Philips


Literatur aus dem Internet:

http://mentalhelp.net/disorders/sx42.htm
http://pecumedia.de/uni/Dsm4/Koperdysmorph.htm
www.aknetherapie/bdd.htm
www.brown.edu/Administration/George_Street_Journal/v22/v22n5/dysmorph.html
www.bookbuyer.com/aisles/titles/640764.htm
http://cgi-user.brown.edu/Administration/News_Bureau/1997-98/97-021.html







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