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Beifuß (Artemisia vulgaris)


    von © Melanie Weinberger ( 2006)


    Beifuß besitzt eine große Kraft. Er kann auf fast allen Böden wachsen und hat eine große Tradition als Schutz-, Heil und Zauberpflanze.

    Er hilft, Spannungen und störende Energien abzubauen und wurde früher deshalb auch beim Wettersegen eingesetzt.

    Der Beifuß wird auch Machtwurz, Frauenwurz oder Mugwurz genannt (mug= germanisch wärmen). Aufgrund seiner starken Wärme werden in der chinesischen Kultur die sog. „Moxastäbe“ aus Beifuß hergestellt, mit denen Akupunkturpunkte aktiviert werden.

    Er ist ein altbewährtes Frauenheilmittel: Beifuß entspannt den Unterleib und fördert die Intuition und das Frauenwissen.

    Bei Ritualen flochten sich Frauen „Sonnwendgürtel“ aus Beifuß, die umgelegt wurden und mit denen sie über das Feuer sprangen. Beim Sprung über das Feuer wird die Fruchtbarkeit bringende und auf allen Ebenen stärkende Kraft auf die Frauen übertragen. Anschließend wurde der Gürtel verbrannt.

    Beifuß öffnet die spirituelle Kraft und bringt eine klare Sicht.

    Wirkung:

    Schutz. Segen. Reinigung. Er unterstützt Veränderungen im Leben und ist wird deshalb oft in Übergangsritualen eingesetzt. Auch in Trauer- und Loslassprozessen kann er eine große Unterstützung sein.

    Beifuß stärkt das Weibliche, die Intuition und fördert das Traumbewusstsein.

    Weitere Informationen über den Beifuß:

    Die leicht behaarten Stengeln und derben, eingeschnittenen Blätter geben dem Beifuß (Artemisia vulgaris) aus der Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae) ein wenig das Aussehen von Unkraut, obwohl er eine berühmte Patin hat. Er gehört zur Gattung der Artemisa-Pflanzen, die Ihren Namen von der legendären Artemisis, der Schwester und Gemahlin des griechischen Königs Mausolo erhielten. Sie lebte um 350 v.u.Z. und interessierte sich besonders für Botanik.

    Beifuß ist nur eine von rund 200 Arten der Gattung Artemisia.

    Er wurde schon in der Antike nicht nur als Gewürzpflanze, sondern auch als Heilkraut genutzt. So wandte der griechische Arzt Dioskurides, der im 1. Jahrhundert u.Z. lebte, sie gegen Darmwürmer an. Sein Zeitgenosse, der lateinische Schriftsteller und Naturkundler Plinius der Ältere dagegen behauptete, Wanderer würden nicht ermüden, wenn sie sich die Pflanze ans Bein bänden, eine Vermutung, die sich auch in dem deutschen Namen Beifuß widerspiegelt.

    Die Chinesen wiederum benutzen noch heute ein zusammengerolltes Beifuß-Blatt gegen Nasenbluten. Der Gemeine Beifuß kommt wild überall in den gemäßigten nördlichen Zonen der Erde vor. Zur Verwendung in der Parfümerie wird er dagegen vor allem in Marokko, Algerien, Frankreich und Jugoslawien kultiviert. Beifuß wurde im Okkultismus den Göttinen Venus und Frigg zugeordnet und gilt als wichtige magische Pflanze in Europa wie in Asien.

    Das Räuchern mit Beifuß geht auf germanische und keltische Rituale zurück. Die Pflanze wurde von den Germanen bei der Sommersonnenwende zum Vertreiben der Dämonen des Vorjahres geräuchert. Volkstümliche Namen weisen auf seine einstige kultische und magische Rolle hin: Sonnenwendgürtel, Johannisgürtel, Mugwurz, Schutzkraut. Das Kraut hat seit jeher seinen festen Platz im rituellen Gebrauch u.a zur Sonnwende und im traditionellen Kräuterbüschel.

    In der nordischen Mythologie ist er dem Donnergott Thor geweiht.
    Auch beim Verbrennen ihrer Toten legten die Germanen Beifußbüschel mit auf den Scheiterhaufen der Verstorbenen.

    In England heißt Beifuß heute noch "Witch herb" (Hexenkraut).

    In Indien wird er dem Gott Shiva geweiht. Das Kraut wird dort zur Meditation und zum Schutz gegen Dämonen des Wahnsinns verräuchert.

    Im angelsächsischen Neunkräutersegen steht der Beifuß an erster Stelle. Er wurde für Übertragungszauber verwendet. Ein Gürtel aus Beifußwurzeln geflochten ins Feuer geworfen, sollte die Leiden des Kranken auf das Feuer übertragen. Auch ein am Abend des Sonnenwendfestes getragener Gürtel, der aus Beifuß geflochten ist, hat reinigende und kraftspendende Wirkung für den kommenden Jahreszyklus. Bevor man das Fest verläßt, wirft man den Gürtel ins Feuer.

    Wegen seiner verdauungsfördernden Eigenschaften als Gewürz schätzte auch Hildegard von Bingen den Beifuß in besonderem Maße. Heute ist Beifuß beliebt als Gewürz zu schwer verdaulichen und fetten Speisen.

    Dem Beifuß wird eine stark reinigende Kraft zugesprochen. Beifußräucherungen eignen sich deshalb gut für Situationen im Leben, die eine Entscheidung erfordern, die einen Wendepunkt darstellen. Er kann helfen, das Alte zurück- und loszulassen, daher seine rituelle Verwendung zur Sonnenwende.

    Er verbreitet beim Verbrennen einen stark würzigen, herben Pflanzenduft, der die Fähigkeit zum Hellsehen und Wahrsagen steigern soll.

    Eine Beifußräucherung hat außerdem eine entspannende wärmende und beruhigende Wirkung.

    Als Abendräucherung mit anderen Kräutern wirkt Beifuß schlaffördernd.

    Beifuß kann helfen, eigene Heikräfte zu aktivieren, um sich selbst an Körper und Seele zu heilen. Nach alter Tradition haben Heilerinnen und Heiler ihre Heilkräfte mit Beifußräucherungen gestärkt.

    In der Johannisnacht geräuchert schützt er den Anwender im kommenden Jahr.


    Vorkommen

    Beifuß wächst zahlreich an Wegrändern, auf Weiden und Schuttplätzen und ist in ganz Europa sowie West- und Nordasien verbreitet. Die Staude aus der Familie der Compositae wird bis zu einem Meter hoch, besitzt einen dunkelbraunrotem aufrechten Stengel und dunkelgrünlich-gräuliche Blätter, die an der Unterseite filzig behaart sind. Die Blätter haben einfach oder doppelt gefiederte Form, die kleinen eiförmigen Blütenköpfchen sind grauweiß und manchmal gelblich-filzig. Sie blühen von August bis September und fallen dann durch ihren aromatisch-würzigen Geruch auf.