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Brustkrebs


    von © Dr. Hannelore Nöbauer (2003)



    Brustkrebs (das Mammakarzinom) ist die häufigste Krebserkrankung der Frau; jährlich erkranken in Österreich zwischen 4.500 und 5.000 Frauen.

    Heute wird von dem Modell ausgegangen, dass bei der Krankheitsentstehung viele verschiedene Einflüsse gemeinsam beteiligt sind.
    Die Mehrheit aller Patientinnen mit Brustkrebs erkrankt "spontan", ohne dass in ihrer Familie bereits häufiger Brustkrebs aufgetreten wäre oder ein einzelner Risikofaktor wirklich sicher als Auslöser gefunden werden kann.

    Einige Risikofaktoren:
    - Fälle von Brustkrebs in der Familie (Mutter, Schwester)
    - Keine ausgetragenen Schwangerschaften oder bei der Geburt des ersten Kindes älter als 30 Jahre
    - Früher Eintritt der Menstruation und späte Wechseljahre
    - Lebensstil (fettreiche Ernährung, Alkoholkonsum, Rauchen, Übergewicht etc.)

    Auch eine Hormoneinnahme kann das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen: Werden Östrogene allein oder in Kombination mit Gestagenen über mehr als fünf Jahre gegen Wechselbeschwerden eingenommen, so besteht ein erhöhtes Risiko, an einem Brustkrebs zu erkranken.

    Symptome und Früherkennung

    Brustkrebs macht normalerweise weder Schmerzen noch andere typische Beschwerden, dies gilt zumindest für die Frühstadien.
    Es gibt aber einige Anzeichen, die auf einen Krebs hindeuten können und die eine weitere Abklärung notwendig machen:
    - alle neu aufgetretene Knoten oder Verhärtungen in der Brust,
    - Einziehung der Brustwarze oder der Haut, insbesondere beim Anheben der Arme,
    - Hautveränderungen der Brustwarze oder des Warzenvorhofes,
    - farbige Absonderungen aus der Brustwarze, vor allem blutige.
    - plötzlich auftretende Rötungen einer Brust, auch wenn diese nicht schmerzen.
    - Knoten in der Achselhöhle von über 1 cm Größe.

    Am wichtigsten zur Früherkennung sind regelmäßige Selbstuntersuchungen und Mammografien (ab dem 40. Lebensjahr in mindestens zweijährigen Abständen empfohlen).

    Bestätigt sich der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung, klären weitere Untersuchungen am Gewebe unter anderem die Empfindlichkeit und Menge der vorhandenen Hormon-"Antennen" (Hormon-Rezeptoren) auf den Krebszellen ab.
    Ist bekannt, wie viele Rezeptoren für diese Stoffe die Krebszellen haben, kann später versucht werden, durch Hormone, Antihormone oder Antikörper diese Rezeptoren zu blockieren. Gelingt dies, kann der Tumor oft - zumindest für einige Zeit - in seinem Wachstum aufgehalten werden, oder er bildet sich sogar zurück.

    Therapie

    Heute ist es bei den meisten Brustkrebs-Patientinnen möglich, bei einer Operation die Brust zu erhalten. Je nachdem, wie groß die Gefahr von Tumorabsiedelungen (Metastasen) im Körper ist, wird der Patientin zu einer zusätzlichen Therapie mit Medikamenten (Hormon-, Chemotherapie) geraten. Ein neuer Ansatz in der medikamentösen Therapie von metastasierenden Krebserkrankungen ist die Behandlung mit spezifischen Antikörpern.

    Hormon- und Chemotherapie

    Östrogen kann den Brustkrebs zum Wachsen anregen - besonders dann, wenn der Tumor vermehrt Rezeptoren für Östrogene besitzt. 60 bis 80 Prozent der Brustkrebs-Patientinnen haben einen Hormon-Rezeptor-positiven Tumor und können daher mit Medikamenten behandelt werden, die gegen das Östrogen gerichtet sind.

    Krebszellen teilen sich schneller als die meisten anderen Zellen im Körper. Genau hier setzen Chemotherapeutika an: Sie zerstören Zellen, die sich rasch teilen. Mit der Chemotherapie sollen vorhandene Metastasen getroffen oder ihrer Bildung vorgebeugt werden.

    Bestrahlung

    Auch die Bestrahlung hat einen bedeutenden Stellenwert bei der Behandlung des Brustkrebses. Strahlen schädigen das Erbgut der Zellen. Die Krebszellen können die Bestrahlungsschäden schlechter ausgleichen als gesunde Zellen und sterben ab.

    Zusätzlich werden häufig Zubereitungen aus der Mistel und aus tierischen Organen eingesetzt.