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Drehungen - Selbstverteidigung für Frauen


    von © Hanja Dirnbacher (2001)


    Wenn ich mich schon wehren muss, dann zumindest mühelos!

    Selbstverteidigung! Welches Bild entsteht in Ihrem Kopf, wenn Sie diesen Begriff hören?
    Sehen Sie A) Körper, die schreiend, schwitzend, aggressiv und hektisch aufeinander "einwirken" -
    oder B) Frauen in Alltagskleidung, die mit gelassener Mine, runden, ruhigen Bewegungen und souveräner Ausstrahlung, Angreifer von sich abhalten?

    Ich vermute, daß Antwort A) eher genannt wird, das zeigt die Erfahrung. B) hingegen erscheint vielen Frauen als Idee durchaus vernünftig, zwar neu, doch erstrebenswert, jedoch sofort taucht die Frage auf: "...reicht denn das aus??!!"

    Denn Selbstverteidigung wird heute fast ausschließlich im Zusammenhang mit fernöstlichen Kampftechniken gesehen. Doch es geht auch anders.

    Ende der 70er Jahre, noch unbeeinflusst vom maskulin-martialen Mythos fernöstlicher Kampf-Schulen, begann eine Gruppe von Frauen an einem Selbstbehauptungs-Schutz-und Verteidigungskonzept zu arbeiten, und zwar für sich selbst.

    Motto: Ich bin kein Opfer!

    Das SELBSTÄNDIG EINWIRKEN KÖNNEN auf Belästigungen aller Art - harmlosen wie gefährlichen und nicht auf HILFE VON DRITTEN angewiesen sein, und schon gar nicht auf Waffen!
    Eine Idee bestimmte sowohl den kommunikativen, wie den physischen Teil unserer Recherche: WENN ich mich schon wehren muss, DANN zumindest MÜHELOS!

    Die Devise: Mit Gewalt umgehen - die Gewalt umgehen.

    Die Techniken wurden von den Frauen der Gruppe aus unterschiedlichsten Berufen eingebracht. Wissen und Anwendung aus Psychologie, Medizin und Jus, Mechanik und Handwerk, Theater, Kunst und Tanz standen uns u. a. zur Verfügung.
    Einige hatten auch Kenntnisse in westlichen und fernöstlichen Kampf-Kunst-Arten. Wir haben uns bewusst die gemeinsamen physisch-mechanischen Grundlagen all diesen Techniken zu eigen gemacht und genutzt. Die Kampf-”Stile” spielten dabei keine Rolle.
    Wir sind von den mechanischen Möglichkeiten des menschlichen Körpers und den BESONDEREN VORTEILEN der weiblichen Anatomie ausgegangen, und nicht von den "Schwächen" des weiblichen Körpers - gegenüber den männlichen.

    Darüberhinaus erforschten wir, welche Abwehr-Tricks unseren Müttern und Großmüttern schon gute Dienste geleistet hatten. Der entspannte Zugang zu dieser Suche sowie die Aufarbeitung erlebter Situationen förderte Angstabbau, Entspannung und Selbstvertrauen. Damit konnte auch der Humor hilfreich Einzug halten.
    Klarheit, Einfachheit, Deutlichkeit der Ausdrucksmöglichkeiten von Zustimmung und Ablehnung leichte, elegante Lösungen unseres Auftretens im Alltag waren das wesentliche Ergebnis dieser Recherche.

    Die Technik, von uns gemeinsam entwickelt, nannten wir DREHUNGEN.
    Die DREHUNG im Kopf - gegenüber gesellschaftlicher "Norm" - zu feministischer Sicht des "Frei"- bleibens - sich der Anwendung unüblicher, alternativer Formen zuwenden.
    Die DREHUNG unseres Körpers - aus dem Bereich angreifender Energie - im freien Raum - sich den Möglichkeiten weiblicher Kraft und Energie zuwenden.

    http://www.drehungen.at/