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Essgewohnheiten


    von © Maga. Olivia Wollinger (2002)



    Heutzutage geht alles schnell: Wir hetzen von einem Termin zum anderen, zwischendurch erledigen wir einige Telefonate, irgendwann bauen wir noch ein Zusammensein mit Freunden bzw. mit der Familie in unsere übervollen Terminkalender ein.

    Es bleibt kaum die Zeit für eine in Ruhe eingenommene Mahlzeit, also essen wir rasch eine Wurstsemmel hier, kauen ein Weckerl dort und naschen zwischendurch von den mitgebrachten Lecke-reien einer Kollegin.
    Wir essen oft so schnell, dass wir gar nicht merken, was wir gerade tun. Eigentlich verspüren wir nie wirklichen Hunger - kein Wunder - wir essen ja andauernd, allerdings ohne uns dessen bewusst zu sein.

    Das Ergebnis ist, dass wir oft mehr zu uns nehmen, als wir tatsächlich brauchen bzw. dass wir oft Dinge essen, die uns eigentlich gar nicht gut tun. Kommt Ihnen das alles bekannt vor?

    Falls Sie diese Situation ändern möchten, kann es hilfreich sein, Ihre Essgewohnheiten zu überdenken:

    • Planen Sie bewusst Zeit für das Essen ein: Räumen Sie dem Essen einen höheren Stellenwert ein als bisher und sparen Sie die Zeit lieber an anderen "Ecken". Genuss-voll zu essen ist keine verlorene, sondern eine absolut gewonnene Zeit.

    • Essen Sie ohne Ablenkung: Das heißt kein Schaufensterbummel, kein Fernsehen, kein Lesen, keine laute Musik, kein Arbeiten etc. Wenn Sie in Ruhe essen, können Sie die Mahlzeit bewusst schmecken und das Gefühl "ich bin satt" leichter wahrnehmen.

    • Essen Sie nur, wenn Sie sitzen: Wir essen oft im Stehen (hierzu zählt auch das Stehen beim Kochen), beim Gehen oder manchmal sogar beim Nachlaufen der Straßen-bahn. Wenn Sie sich in Ruhe hinsetzten, entscheiden Sie sich bewusst für das Essen, dann können Sie sich nicht vormachen, es nicht zu tun.

    • Sorgen Sie beim Essen für einen schönen Rahmen: Sie können dies auch mit ein-fachen Mitteln erreichen, wie z.B. mit liebevoll angerichteten Speisen, mit hübschem Geschirr und netten Servietten, mit einer Kerze, mit sanfter klassischer Musik etc. In einer gemütlichen Umgebung wird das Gericht viel intensiver wahrgenommen.

    • Vermeiden Sie beim Essen gefühlsbeladene Gespräche: Wenn Sie z.B. wütend oder traurig werden, geht der Geschmack der Speisen an Ihnen vorbei. Sprechen Sie daher am besten über das Essen selbst: Wie gut die Zutaten schmecken, wie schön das Geschirr ist etc. Wenn es etwas Wichtiges zu besprechen gibt, verabreden Sie sich lieber zu einem Café als zu einem Abendessen.



    Weitere Anregungen zum Thema "bewusst Essen" finden Sie
    im Skriptum "Zwanghaftes Essen - Wege aus dem Teufelskreis",
    erhältlich im Institut Frauensache.

    Weitere Informationen zum Thema Essstörungen finden Sie unter
    http://www.frauensache.at/essstoerung/index.html

    Wir würden uns sehr über Ihre Meinung zu diesem Thema freuen!
    Mailen bzw. schreiben Sie uns unter dem Stichwort "bewusst Essen" an office@frauensache.at !