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Gebärmutterhalskrebs


    von © Dr. Hannelore Nöbauer (2004)



    Weltweit erkranken jährlich 500.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, dem Zervixkarzinom. Seit Einführung der Krebsfrüherkennungsuntersuchung ging die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich zurück. Das Vorsorgeverhalten von Österreichs Frauen ist aber in Sachen Zervixkarzinom immer noch wenig zufriedenstellend:
    Ein Drittel der Frauen bis zum 30. Lebensjahr hat sich noch nie einer vaginal-zytologischen Untersuchung, dem "PAP-Abstrich", unterzogen. In der Altersgruppe zwischen 60 und 69 Jahren sind es sogar mehr als 35 Prozent.

    Würde jede Frau einmal im Jahr eine Krebsvorsorgeuntersuchung machen lassen, könnte die Anzahl der Neuerkrankungen deutlich verringert werden. Bei einer regelmäßigen Kontrolle wird der langsam wachsende Krebszellenherd in einem frühen Stadium aufgespürt und ist dann zu fast 100 Prozent heilbar. In den Ländern der Dritten Welt, wo es kaum Vorsorgeuntersuchungen gibt, ist Gebärmutterhalskrebs immer noch die häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen.

    Das Gewebe am Gebärmutterhals neigt zu unkontrolliertem Zellwachstum, da sich hier eine Übergangszone befindet, in der unterschiedliche Schleimhautstrukturen aufeinander treffen. Der Gebärmutterhals verbindet das obere Scheidenende mit der Gebärmutter. Dieser Bereich ist sehr sensibel gegenüber äußeren Einwirkungen.

    Bei der Vorsorgeuntersuchung wird mit einem kleinen Wattestäbchen vorsichtig ein Abstrich (der PAP-Abstrich) von Muttermund und Gebärmutterhalskanal entnommen. Dieser wird dann unter dem Mikroskop auf krebsverdächtige Zellen untersucht. Zusätzlich wird der Muttermund mit einem Vergrößerungsgerät (Kolposkop) betrachtet und auf Veränderungen untersucht. Auf diese Weise könnte jeder Gebärmutterhalskrebs bereits in der Entstehung entdeckt und geheilt werden. Wird der Krebs jedoch erst im Endstadium bemerkt, weil die Vorsorge jahrelang versäumt wurde, liegen die Heilungschancen weitaus geringer.

    Für die Entstehung des Zervixkarzinoms ist in erster Linie eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) verantwortlich. Bisher wurden mehr als 70 HPV-Typen identifiziert, von denen allerdings nicht alle im Bereich des weiblichen Genitaltraktes vorkommen.

    Die "Durchseuchung" der Bevölkerung mit HPV dürfte bei etwa 50 Prozent liegen. Andere Risikofaktoren für das Zervixkarzinom und dessen Vorstufen sind: Nikotinabusus, niedriger sozio-ökonomischer Status, mangelnde Hygiene, Promiskuität und Geschlechtskrankheiten.

    Bei den meisten dieser Faktoren steht das Risiko der Akquisition einer HPV-Infektion im Vordergrund.

    Vorstufen des Krebses treten vor allem im Alter zwischen 25 und 45 Jahren auf, auch der fortgeschrittene Krebs wird oft schon früh im Alter zwischen 40 und 50 Jahren diagnostiziert. Wenn der Krebs rechtzeitig behandelt wird, kann die Gebärmutter meist erhalten bleiben. Da der Krebs im Frühstadium jedoch kaum Beschwerden verursacht, wird er bei versäumter Untersuchung erst im späten Stadium erkannt.

    Eine unregelmäßige Blutung, insbesondere nach dem Geschlechtsverkehr, blutiger Ausfluss oder unklare Bauch- und Rückenschmerzen sind typische Anzeichen.

    Dann ist je nach Ausbreitung des Krebses eine Operation, eventuell mit Bestrahlung und/oder Chemotherapie, notwendig. Vorstadien können mittels Gewebsentfernung im Gesunden (Konisation) entfernt werden. Die Heilungschancen des Zervix-Karzinoms im fortgeschrittenen Stadium sind stark eingeschränkt.