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Panikstörungen


    von © Maga. Andrea Scheutz (2000)


    Symptome und Ursachen

    "Mir wird plötzlich ganz schwindlig und übel. Meine Hände werden taub, mein linker Arm kribbelt eigenartig, meine Knie werden ganz weich. Ich habe Angst, umzufallen und ohnmächtig zu werden, dann dazuliegen, und niemand kommt mir zu Hilfe.
    Mein Herz beginnt zu rasen, ich spüre einen Druck auf der Brust und fürchte, dass ich einen Herzinfarkt bekomme und sterben muss.
    Mir wird ganz heiß, ich bekomme Hitzewallungen. Ich beginne zu schwitzen.
    Ich beginne zu zittern, am liebsten würde ich davonlaufen, aber ich fühle mich wie gelähmt. "

    Meine Kehle schnürt sich zusammen, ich bekomme keine Luft mehr. Ich ringe um Luft, aber es ist zu wenig, ich atme noch mehr und spüre, wie der Druck in meinem Brustkorb ansteigt. Ich bin dann gar nicht mehr richtig da und glaube, gleich überzuschnappen und verrückt zu werden. Alles erscheint so unwirklich. Wenn ich das Ganze überlebe, glaube ich, dass ich in die Psychiatrie komme. Ich verliere das Gefühl für die Zeit und denke, dass es ewig dauert."

    Eine Panikattacke beginnt plötzlich, ohne Vorzeichen, sie ist nicht vorhersagbar, erreicht innerhalb von einigen Minuten ein Maximum und dauert mindestens einige Minuten an, durchschnittlich eine knappe halbe Stunde. Meist tritt sie im Zustand der Entspannung auf.

    Eine Panikstörung besteht aus wiederholten, spontan und unerwartet auftretenden Panikattacken. Die Panikattacken sind nicht auf spezifische Situationen oder besondere Umstände bezogen, stehen in keinem Zusammenhang mit besonderen Anstrengungen, gefährlichen oder lebensbedrohlichen Situationen und sind auch nicht durch eine körperliche oder eine andere psychische Störung bedingt.

    Die Furcht vor einer weiteren, sehr bedrohlich und nicht kontrollierbar erscheinenden Panikattacke führt oft zu einer ausgeprägten Erwartungsangst, die das ganze Leben negativ beeinflusst. Die Angst vor der Angst wird damit zum wirklichen Problem, da die Häufigkeit der Attacken meist eher gering ist, die Angst davor hingegen ständige Begleiterin ist. Häufig ist der Lebensraum stark eingeschränkt, die betroffene Person wagt es nicht mehr, die Wohnung zu verlassen.

    Bei einer Panikstörung stehen die körperlichen Symptome im Vordergrund, sodass viele Betroffene nicht den Eindruck haben, unter einer Angststörung, sondern unter einer unbekannten körperlichen Störung zu leiden (siehe auch Hans Morschitzky).

    In meiner Arbeit mit Menschen, die von Panikattacken überfallen werden, konnte ich feststellen, dass es im Leben dieser Menschen immer um Abschiede geht, die nicht vollzogen wurden. Trennung der Eltern, Tod eines nahestehenden Menschen, nicht bewältigte Lebensabschnittswechsel und damit verbunden die nicht ausgelebte Trauer stehen meiner Erfahrung nach in engem Zusammenhang. Dieser Vorfall kann bereits Jahrzehnte zurückliegen.

    In einer Zeit, die so schnelllebig ist wie unsere wird oft wenig Beachtung auf Abschiede gelegt. So häufen sich unabgeschlossene Situationen, die uns irgendwann einholen. Die Bedrohung, die wir durch die Medien täglich erfahren, trägt das ihre dazu bei.


    Was Sie dagegen tun können

    Wenn Sie akut unter Panikattacken leiden, werden Sie mit meinen Tipps nicht viel anfangen wollen.
    Ich weiß von meinen Klientinnen, wie schwierig es ist, sich in der Akutphase an irgendetwas zu erinnern, was helfen könnte. Die Panik ist einfach zu überwältigend, zu groß und zu plötzlich.

    Warum ich trotzdem Tipps gebe: Panikattacken haben unterschiedlichste Ausprägungen. Viele der Anregungen, die ich für Sie habe, sollten Sie ausführen, wenn Sie nicht akut betroffen sind.

    Es ist wichtig, dass Sie zur Ärztin gehen, wenn Sie beunruhigt sind. Auch wenn Sie zu glauben wissen, dass Sie Panikattacken haben, lassen Sie sich untersuchen und die Symptome abklären.
    Vielleicht empfiehlt Ihnen Ihre Ärztin Medikamente.
    Lassen Sie sich die Medikamente genau erklären. Es gibt schon recht gute Medikamente, die Sie im Alltag nicht beeinträchtigen, aber unterstützen und die Panik eindämmen.

    Es gibt aber auch Alternativen zur schulmedizinischen Behandlung.
    Homöopathie und Akupunktur erzielen gute Erfolge. Sehr sanft und oft hilfreich kann der Einsatz von Bachblüten sein. Notfalltropfen in der Hausapotheke schaden sicher nicht. Einige Blüten sollen speziell gegen Ängste wirken.

    Das Wichtigste jedoch ist, wieder die Sprache Ihres Körpers wahrzunehmen und zu lernen, auf Ihre Intuition zu hören.

    Focusing unterstützt Sie dabei, wieder in Kontakt mit sich selbst zu kommen.
    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass Gespräche, kombiniert mit Körperwahrnehmungsübungen sehr gute Erfolge erzielen. Autogenes Training hat sich nach Auskunft meiner Klientinnen bei Panikattacken nicht bewährt.

    Verzichten Sie auf Kaffee, schwarzen Tee, Alkohol und Zigaretten. Schauen Sie wenig fern und da nichts Aufregendes (auch keine Nachrichten, die mehr deprimieren als informieren). Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft.

    Verwenden Sie zur Unterstützung ätherische Öle. Alle Zitrusdüfte haben stimmungsaufhellende Wirkung, besonders gut wirkt Lemongrass.
    Neroli wirkt explizit gegen Ängste (ist aber nicht jederfraus Sache, den Geruch muss frau mögen, außerdem sehr teuer).
    Johanniskrauttee hellt die Stimmung auf.

    Vorsicht ist bei Kavapräparaten geboten. Sie wirken zwar sehr gut, können aber die Leber schädigen.