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Rebirthing - Die wunderbare Heilkraft des verbundenen Atems


    von Dr. Angela Tichy



    Die Wirkungen der Rebirthing-Atemtechnik


    Atmen ist unsere elementarste Fähigkeit.


    Wir kommen auf die Welt und nehmen - wenn man uns die Zeit lässt - ganz von selbst und unwillkürlich den ersten Atemzug. Von da an fließt der Atem, ohne dass wir bewusst etwas dazu tun müssten, und versorgt uns stetig mit Sauerstoff und Lebensenergie. Ohne zu atmen könnten wir nicht leben. Und dennoch atmen wir tagein tagaus so vor uns hin, ohne einen einzigen Gedanken an diesen lebenswichtigen Vorgang zu verschwenden. Atmen erscheint uns als das Banalste auf der Welt. Und so lange wir auf diese selbstverständliche Art atmen, ist es das auch.

    Es bedarf allerdings nur wenig, und unser scheinbar so banaler Atem wird zu einem mächtigen Werkzeug, um wesentliche Veränderungsprozesse in uns selbst in Gang zu setzen:
    Erstens: man entspanne sich.
    Zweitens: man richte die Aufmerksamkeit auf den Atem.
    Drittens: man vertiefe den Atemfluss.
    Viertens: man verbinde Ein- und Ausatmen zu einem Kreis.
    Fünftens: man beobachte aufmerksam die eigenen inneren Prozesse.

    In einer Nussschale haben Sie hier die wesentlichen Grundlagen der Rebirthing-Atemtechnik. Das klingt einfach, nicht wahr? Doch diese Einfachheit ist trügerisch. Die inneren Prozesse, die durch die Rebirthing-Atmung in einer Person ausgelöst werden, sind sehr, sehr tiefgreifend und wirken nachhaltig verändernd. Eine Rebirthing-Sitzung kann eine wunderschöne, aber auch äußerst intensive Erfahrung sein.

    Rebirthing ist eine überaus effiziente Methode der Selbstheilung, der Selbsterforschung und des persönlichen Wachstums.

    Rebirthing ist eine ganzheitliche Methode, die durch das Auflösen von energetischen Blockaden nach und nach zu einer Harmonisierung von Körper, Geist und Seele führt. Die Rebirthing-Atmung berührt alle vier Ebenen menschlichen Seins - die körperliche, die gefühlsmäßige, die verstandesmäßige und die spirituelle Ebene - und bewirkt dort Veränderung und Erweiterung.

    Die Wirkungen auf körperlicher Ebene: Gesundheit, Kraft und Lebendigkeit

    Über den Atem versorgen wir den Körper nicht nur mit Sauerstoff, sondern auch mit feinstofflicher Lebensenergie (sanskrit: Prana, chin: Chi, japan: Ki).
    Je tiefer und voller wir also atmen, desto mehr Energie führen wir dem Körper zu. Je mehr sich der natürliche Atemfluss entfaltet, umso dynamischer, kräftiger und lebendiger fühlen wir uns. Darüber hinaus werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert und das Immunsystem wird gestärkt.
    Wenn wir nun während einer Rebirthing-Sitzung den Atem auch noch verbinden, das heißt, die Pausen zwischen den Atemzügen weglassen, stellen wir im Körper einen Energiekreislauf her, der diese Prozesse noch vertieft. Man spürt ihn in Form von Kribbeln, Energieschüben oder -wellen. Der gesamte Körper fühlt sich dann wie aufgeladen an.

    Nach einigen Sitzungen erweitert sich allmählich auch der Alltagsatem auf ganz natürliche Weise, was sich in einem deutlich gesteigerten körperlichen Wohlbefinden äußert. Blockierte Energie kann wieder fließen, und Krankheiten bzw. körperliche Symptome, die ihren Ursprung in Energieblockaden haben, können gelindert, wenn nicht gar geheilt werden. Durch die Stärkung des Immunsystems wird auch die Ansteckungsgefahr wesentlich geringer. Mit der Zeit fühlen wir uns immer gesünder, leistungsfähiger und voller Tatendrang.

    Die Wirkungen auf emotionaler Ebene: Selbstbewusstsein, Erlösung unterdrückter Gefühle und Lebensfreude

    Über die bewusste Verbindung mit dem Atem tritt man in Kontakt zu sich selbst. Die Achtsamkeit auf den Atem führt ganz natürlich zur bewussten Wahrnehmung aller inneren Vorgänge. Wir beobachten, wie der Atem in uns hineinströmt und gleichzeitig werden wir aller Empfindungen, Wünsche, Bedürfnisse etc., die sich im Inneren bewegen, gewahr.
    Je länger und aufmerksamer wir die eigenen Gefühlsregungen betrachten, desto mehr sind wir geneigt, jegliche Bewertung darüber sein zu lassen. Das, was sich im Inneren tut, ist weder gut noch schlecht: es ist, wie es ist, und das ist in Ordnung so.
    Wir erkennen allmählich, dass jede Empfindung, jeder Wunsch Teil des ureigensten Selbst und Ausdruck der eigenen Lebendigkeit ist, und wir lernen es als solches annehmen und schätzen.
    Mit der Zeit lernen wir uns selbst immer besser kennen und gewinnen eine wohlwollende und liebevolle Haltung uns selbst gegenüber. Wir lernen die eigenen Gefühle und Bedürfnisse wichtig zu nehmen und tragen ihnen Rechnung. Anders ausgedrückt: Wir werden im wahrsten Sinne des Wortes selbstbewusst.
    All das oben beschriebene kann bereits geschehen, wenn man sich über einen längeren Zeitraum hinweg regelmäßig der "einfachen" Atemachtsamkeit hingibt.
    Im Rebirthing-Prozess wird diese Erfahrung allerdings noch um einige Dimensionen reicher. Wie bereits erwähnt, wird durch die vertiefte, verbundene Atmung ein fühlbarer Energiekreislauf hergestellt. Dieser wiederum bewirkt, dass "Energieblockaden aktiviert werden", d.h. altes, verdrängtes psychisches Material tritt ins Bewusstsein.
    Vereinfacht ausgedrückt: Gefühle und Erfahrungen, die wir verdrängt haben, werden wieder spürbar. Nun können wir das, was uns früher nicht erträglich erschien, in einem geschützten Rahmen neu erleben und neu bewerten. Wir machen die Erfahrung, dass wir stark genug sind, um mit diesen gefürchteten Gefühlen und Empfindungen umzugehen, dass sie uns nichts anhaben können, und so integrieren wir diese abgespaltenen Gefühle und Erlebnisse.
    Das Alte, Belastende kann somit vergehen, und es entsteht in uns Platz für Neues, wir schaffen in uns mehr Raum für Lebensfreude.

    Die Wirkungen auf mentaler Ebene: Eine konstruktive Haltung dem Leben gegenüber

    Wir alle haben im Laufe unseres Lebens, vor allem in der Kindheit, in unserem Geist viele negativer Glaubenssätze über uns selbst, die Anderen, das Leben etc. angesammelt. Zum Teil sind sie von unseren Eltern übernommen, zum Teil haben wir sie aufgrund eigener Erfahrungen erworben. Hierzu einige beliebte und gängige Beispiele: Ich bin nicht gut genug... Ich bin schuld... Keiner mag mich... Die anderen wollen einen immer nur ausnützen... Man bekommt im Leben nichts geschenkt... Veränderungen sind schlecht... Das Leben ist ein Kampf usw.

    Das Problem mit Glaubenssätzen ist, dass sie die starke Tendenz haben sich zu bestätigen, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Unser Denken bringt unser Handeln hervor, mit unseren Handlungen setzen wir Ursachen, deren Wirkungen zu uns zurückkommen.
    Ein Beispiel: Ich habe den Glaubenssatz, dass mich keine/r mag. Mit diesem Gedanken (der mir in dem Moment nicht wirklich bewusst ist) gehe ich, in der Hoffnung jemanden kennenzulernen, auf ein Fest. Da ich nun aber glaube, dass mich keiner mag, gehe ich wahrscheinlich nicht gerade offen und vertrauensvoll auf die Menschen zu, denn ich habe ja (was mir gerade nicht bewusst ist) Angst davor, zurückgewiesen und verletzt zu werden.
    Da ich mich - folgerichtig - unsicher fühle, werde ich vielleicht versuchen, meine Unsicherheit zu kaschieren, um mich weniger angreifbar zu machen. Ich gebe mich also distanziert und ein wenig kühl. Ohne mir darüber im Klaren zu sein, sende ich abweisende Signale an die Anderen aus. Die wiederum denken sich: "So eine arrogante Person", und bleiben mir fern. Ich gehe frustriert nach Hause und denke mir: "Ich hab's ja gewusst. Mich mag eh keine/r."

    Mehr oder weniger so läuft das bei allen unseren Glaubenssätzen ab. Das Fatale daran ist, dass diese Prozesse blitzschnell vor sich gehen und wir uns dessen meistens überhaupt nicht bewusst sind.

    Im Rebirthing-Prozess befinden wir uns in einem veränderten Bewusstseinszustand, in dem sich die üblichen Begrenzungen unseres Denkens auflösen. Neue Gedankenstrukturen können an die Stelle unseres herkömmlichen Alltagsdenkens treten, und so können wir unsere Glaubenssätze als das erkennen, was sie tatsächlich sind: nämlich Vorstellungen und keine absoluten Wahrheiten. Sie können dann allmählich durch konstruktive Gedanken ersetzt werden, wie "Ich bin jederzeit und überall willkommen", "Ich bin liebenswert", "Jede Veränderung dient meinem Wachstum" etc., die dann ebenso die dementsprechenden Wirkungen nach sich ziehen.

    Die Wirkungen auf spiritueller Ebene: Meditation und transpersonale Erfahrungen

    Die Erfahrungen, die auf dieser Ebene gemacht werden können, zu beschreiben ist nicht leicht. Zum einen sind sie sehr individuell, zum anderen ist es so, als wolle man einer Person, die noch niemals eine Mango gegessen hat, den Geschmack dieser Frucht beschreiben. Wir begeben uns hier in den Bereich der transpersonalen Erfahrungen.
    Wir können mit dem eigenen Wahren Wesen, das manche ihr Höheres Selbst oder ihr "Ich bin" nennen, in Kontakt treten und Erfahrungen machen, die jenseits des Körpers und der Egostrukturen liegen. Auf dieser Ebene können wir in meditative Zustände eintreten und Gefühle völliger Verbundenheit und exstatischer Freude genießen. Wir erleben hier die Seinszustände vollkommenen Friedens, absoluter Harmonie und grenzenloser Glückseligkeit.

    Wenn Sie Rebirthing erlernen, haben Sie ein vielfältiges Werkzeug zur Hand: Der verbundene Atem führt Sie sicher durch Krisenzeiten, bringt Sie in immer stärkeren Kontakt mit sich selbst und ihren Gefühlen, hilft Ihnen bei Entscheidungsschwierigkeiten, lässt Sie in immer tiefere Schichten ihres Bewusstseins vordringen und führt Sie in nie gekannte, spannende und beglückende Bereiche Ihres Seins.

    Eine kleine Warnung möchte ich hier noch hinzufügen: Probieren Sie Rebirthing nicht alleine aus. Die Technik wirkt zwar einfach, die Prozesse, die ausgelöst werden, können jedoch sehr intensiv und komplex sein. Es ist daher nötig, eine Weile lang von einer erfahrenen Atemtherapeutin begleitet zu werden, bis man die Technik wirklich einwandfrei beherrscht und sich mit den eigenen Prozessen sicher fühlt.


    http://www.rebirthing.co.at